Ludwigsaue pflanzt den Baum des Jahres

20.10.2019 um 14:00 Uhr

Alljährlich wird in Ludwigsaue der Baum des Jahres gepflanzt.

In diesem Jahr also eine Flatter-Ulme.

Die Flatter-Ulme ist der 31. Baum des Jahres.

Auszug aus der Pressemitteilung "Stiftung Baum des Jahres"

Die Flatter-Ulme ist Baum des Jahres 2019

Wer die buschigen Blüten der Flatter-Ulme

einmal im Wind hat tanzen sehen, weiß woher die Art ihren Namen hat. 2019 rückt

die Baum des Jahres Stiftung damit eine Ulmenart ins Licht der Öffentlichkeit,

die bisher wenig bekannt ist. Umso spannender ist ihr vielseitiges Potential – insbesondere im urbanen Bereich. Dieses mit Verve in Szene zu setzen ist eine Aufgabe der Deutschen Baumkönigin 2019, Caroline Hensel. Mit Bundesministerin Julia Klöckner hat die Baum des Jahres Stiftung ab 2019 eine engagierte neue Schirmherrin. Spricht man von Ulmen, denken die meisten wohl zuerst an das Ulmensterben im vergangenen Jahrhundert. Doch wo Berg- und Feld-Ulme insbesondere durch ihren dramatischen Rückgang traurige Berühmtheit erlangt haben, zeigt die Flatter-Ulme ein ganz anderes Gesicht. Ulmus laevis unterscheidet sich nicht nur botanisch deutlich von ihren bekannteren Schwestern, sie erwies sich auch gegen die Ulmenkrankheit als deutlich widerstandsfähiger. Dass die Flatter-Ulme dennoch eine seltene Baumart in Deutschland ist, hat in erster Linie mit dem Verlust ihres Lebensraumes zu tun. An diesem ist der Mensch nicht unschuldig: Flussauen und überflutete Gebiete sind

landwirtschaftlichen Flächen gewichen, Flüsse begradigt und Feuchtgebiete trocken

gelegt. Die wasserbegleitende Flatter-Ulme ist heute am ehesten noch in größeren

Flusstälern wie dem Oberrheingraben, entlang der Donau, und in der Rhein-Main-Ebene anzutreffen. Rettungsfloß Flatter-Ulme? Alle drei heimischen Ulmenarten mögen feuchte Standorte. Die Flatter-Ulme allerdings ist besonders „nah am Wasser gebaut“. Seit der letzten Eiszeit ist sie Teil unseres Ökosystems und hat sich unter verschiedensten Klimabedingungen bewährt. „Wir brauchen Baumarten, die den Herausforderungen klimatischer Veränderungen gewachsen sind.“ sagt

die Deutsche Baumkönigin Caroline Hensel

bei der Ausrufung im Berliner Zoo. Ulmus laevis kann bei der Revitalisierung von Bach-und Flussauen eine entscheidende Rolle einnehmen. Für Arten, die auf Ulmen angewiesen sind, ist die Flatter-Ulme ein regelrechtes Rettungsfloß. Auch im urbanen Bereich gibt es geeignete Standorte, auf denen der Baum des Jahres 2019 als widerstandsfähiger, attraktiver Stadtbaum punkten könnte: Viele Parks verfügen über Seen und wassergeprägte Bereiche, die ein geeignetes Biotop darstellen. „Nach Jahrhunderten der

Lebensraumzerstörung ist es Zeit, die Flatter-Ulme

neu ins Bewusstsein von Städteplanern und Forstleuten zu holen.“ so Hensel.

Hintergrundinformation

Der Volksmund nennt Ulmen auch Rüster. Die Flatter-Ulme ist ein hochgewachsener

Baum (ca. 35 Meter) der Feuchtwälder und Flussauen. Zusammen mit Stiel-Eiche, Esche, Berg-Ahorn und Feld-Ulme prägt sie dort die sogenannten Hartholz-Auenwälder.

Sie hält dauerhaft feuchten Böden und längere Überflutungsperioden problemlos aus. Ganz besonders: Die Flatter-Ulme bildet als einzige heimische Baumart Brettwurzeln

aus. (Diese kennt man sonst von Urwaldriesen und dienen einer höheren

Stabilität.)

Auch wenn die Flatter-Ulme die Nähe des Wassers liebt, kommt sie auch auf trockeneren Standorten gut zurecht. Ihre Zweige dienten früher dem Vieh als

Winterfutter. Wenn es um die Verarbeitung ihres Holzes geht, ist die Flatter-Ulme jedoch

eher eine Diva:Das Holz punktet mit

schöner Musterung und Zähigkeit,

lässt sich jedoch schwer bearbeiten.

 

 

 
 

Veranstalter / Veranstaltungsort

Heimatverein Ludwigsaue/Neu-Ludwigsaue e.V.

Ludwigsauer Dorfstr. 34
16766 Kremmen GT Ludwigsaue

Telefon (033055) 20453

E-Mail E-Mail:

 

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