Naturlehrpfad Kremmen

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Ein interessantes Ausflugsziel in Kremmen ist der Naturlehrpfad am Rande des Kremmener Sees. Etwa zwei Kilometer außerhalb des Stadtkerns führt der naturbelassene Pfad den Besucher zunächst an einer nacheiszeitlichen Modelllandschaft vorbei bis hin zum Ruppiner Kanal. Ein Spaziergang für die ganze Familie.

 

Eiszeit in Kremmen: Das Modell der glazialen Serie

Wer hat nicht schon davon gehört: Endmoräne, Grundmoräne, Sander, Urstromtal. War das nicht irgendetwas aus Erdkunde? Dass diese Fachbegriffe etwas mit Gletschern zu tun haben, mag vielen noch in Erinnerung geblieben sein. Aber was wie genau ablief damals in der Eiszeit und warum unsere Landschaft so aussieht, wie sie jetzt eben mal aussieht, diese Erklärung haben wohl die Wenigsten parat. Auch dass der märkische Sand und alles, was darauf wächst oder auch nicht, der Eiszeit entsprungen ist, dürfte nicht jedem plausibel sein. Das kann sich für die Kremmener und ihre Gäste aber sofort ändern. Denn am Rande des Kremmener Sees entstand ein Anschauungsobjekt: ein Nachbau der Landschaft, wie sie die Gletscher mit ihren Bewegungen vor langer Zeit geformt haben. Es ist eine Nachbildung der Landschaft, die nach dem Rückzug der Gletscher der letzten Eiszeit entstanden ist. Das war die sogenannte Würm-Eiszeit im Pleistozän, dessen Ende die Experten vor rund 10.000 Jahren festmachen.

 

Der Standort Kremmen, am Rande des Sees ist geradezu prädestiniert für das Projekt „glaziale Serie". Denn immerhin ist gerade Brandenburg und speziell diese Region ein klassisches Gebiet der Eiszeitforschung, da hier der glaziale Formenschatz mustergültig aufgeschlossen ist und sich jedem Besucher der Region, der hier wandert und mit offenen Augen in der Natur unterwegs ist, auftut.

Wissenswertes aus der Eiszeitforschung
In den vergangenen Kaltzeiten haben sich auf er nördlichen Halbkugel große Eismassen angesammelt, die über dem Festland als Inlandeis bezeichnet werden. Solches Inlandeis bedeckte auch die Region des Landes Brandenburg. Da die gewaltigen Eismassen stets in Bewegung waren und die Erdoberfläche sozusagen angekratzt haben, formten die Gletscher die Oberfläche des Landes: Das unter den Gletschern befindliche Material ist abgerieben und abgehobelt worden, vom Gletscher zerknetet und mitgenommen und andernorts wieder abgelagert worden. Das hierbei am Rande der Eiszungen austretende Schmelzwasser spülten wiederum Material aus und rissen es mit sich. Das Ergebnis dieser Erosionen, Transporte und Wiederablagerungen sind die End-, Grund- und Seitenmoränen, die Urstromtäler, Sander und Seen. Kremmen liegt am südlichen Rand des Eberswalder Urstromtales auf dem Glin; der Glin ist eine Art Plateau auf dem Untergrund einer Grundmoräne. Diese Fläche liegt als Insel an der Stelle, an der das Eberswalder Urstromtal in das Berliner Urstromtal einmündet. Noch bis vor 300 Jahren war das „Ländchen Glin" von einer ausgedehnten Moor- und Sumpflandschaft mit Flüssen und Seen umgeben, eben dem Rhinluch. Die Umgebung Kremmens ist die natürliche Landschaft in einem nacheiszeitlichen Urstromtal.