Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer... (28.04.2020)

... aber viele Schwalben machen auch ein wenig Arbeit.

So wie im Aufzugsbereich der Goethe-Schulen in Kremmen. Hier haben sich, die mittlerweile sehr selten gewordenen, Mehlschwalben eingerichtet und in den Deckenpanelen ihre typischen Nester gebaut. So ein Nest wird dann zum Zuhause einer ganzen Schwalbenfamilie und die müssen auch häufiger mal "Müssen". - Sehr zum Leidwesen des Hausmeisters, des Reinigungspersonals und von Lehrern und Schülern.
Da war guter Rat teuer. Die Sachverständige für Gebäudebrüter, Yvonne Schuldes, erarbeitete gemeinsam mit der Stadt Kremmen einen Lösungsvorschlag. Es wurden spezielle Bleche angebracht, die nun zwar den Kot, nicht aber die Schwalben zurückhalten sollen. Mit Erfolg - auch wenn auf unseren Fotos nicht so gut zu erkennen, die Nester sind bewohnt!
Frau Schuldes beklagt zudem, dass immer mehr Menschen in der Natur leben wollen, jedoch nicht mit ihr. Kaum jemand dulde heute noch Schwalbennester am oder im Gebäude.
Hinweis: die Nester zu entfernen ist übrigens nach dem Bundesnaturschutzgesetz (§44 Abs. 1 BNatSchG) verboten! Denn die Schwalben sind relevanter Bestandteil unseres Ökosystems. Als Koloniebrüter haben sie es heutzutage schwer geeignete Plätze für ihre Nester zu finden. Aber auch die zunehmende Befestigung von Wegen und Straßen ist für die Schwalben schwierig. Sie benötigen verschiedene Materialien, um ihre kunstvollen Nester an Wände oder wie hier, an Decken, zu "kleben".

Schwalben sind nicht nur sehr anmutige Flugkünstler, sie sind auch sehr nützlich, denn sie fressen vor allem Fluginsekten und darunter auch die ein oder andere Stechmücke, die Mensch und Tier sehr lästig werden kann. Diese Ernährungsweise zwingt sie im Herbst dazu ihre Winterquartiere in südlicheren Gefilden aufzusuchen.

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