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Auf den Spuren der Ackerbürger

Die Stadt Kremmen ist eine alte Ackerbürgerstadt, die ihr Stadtrecht im Jahre 1298 nach Spandauer Recht verliehen bekam.

Das Leben eines Ackerbürgers war hart und entbehrungsreich. Mag der Begriff auch romantisch klingen, der Alltag war es häufig nicht. Dennoch haben uns die alten Ackerbürger eine wunderschöne Altstadt und viele Geschichten hinterlassen, diese zu entdecken, wir Sie hiermit herzlich einladen wollen.
Die Bezeichnung „Ackerbürger“ klingt auch ein bisschen stolz und ehrwürdig, und die Menschen die hier lebten, waren das sicherlich auch. Tatsächlich bedeutete ein Ackerbürger zu sein, dass man mindestens zwei Erwerbstätigkeiten nachgehen musste, um das eigene und das Überleben seiner Familie abzusichern.
Wenn der Bäckermeister mittags seine Backstube sauber hatte legte er sich nicht gleich aufs Ohr, sondern sah nach seinen Feldern und arbeitete weiter. Seinen Gesellen ging es ähnlich. Auch der Pantinenmacher, der Zigarrenmacher, der Fuhrmann, der Sattler und der Schreiner und deren Angestellten, konnten allein von ihrem Handwerk nur selten leben. Die Stadt selbst besteht nahezu ausnahmslos aus Mittelflurhäusern, denen architektonisch gemeinsam ist, dass sie von einem Flur und / oder Tor geteilt werden. Hinter dem als Wohn- oder Geschäftshaus genutzten Teil befindet sich stets ein kleiner Hof, welcher von Ställen begrenzt wird. Mitunter schließt sich hinter dem Stall ein Garten an der rückwärts an das Nachbargrundstück stößt, welches ebenso aufgebaut ist. So läuft man die Straßen entlang ohne zu ahnen, welche pittoresken Innenhöfe und so manche grüne Oase sich hinter den steinernen Fassaden verbirgt.

Bis ins 17. Jahrhundert hinein war die Umgebung Kremmens sehr wasserreich, kurz: es war nasser als im Spreewald. Die Böden waren weich und moorig und nur an wenigen Stellen war Landwirtschaft möglich. Erst der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm regte die Melioration (Bodenverbesserung) durch schrittweise Entwässerung an. Gräben wurden gebaut und es kam fruchtbares Land zum Vorschein, welches nun endlich die Menschen ernähren konnte. Damit entstand zugleich eine einzigartige von Menschenhand geschaffene Kulturlandschaft, die es heute zu bewahren gilt. Das Rhinluch ist Heimat für viele geschützte Tier- und Pflanzenarten.

Die Stadt Kremmen ging ursprünglich aus einer slawischen Fischersiedlung hervor und ihr Name bedeutet Kieselstein, steinig oder fest. Die alten Slawen wählten diese Ortsbezeichnung ganz bewusst, denn aus dem Rhinluch (unserem Niedermoorgebiet) erhob sich seit der Eiszeit eine feste Talsandinsel, auf der sich heute der alte Stadtkern Kremmens befindet.

Kremmen liegt an der schmalsten Stelle des sogenannten oberen Rhinluchs, welches sich in sein ost-westlichen Ausdehnung von Liebenberg und Nassenheide bis nach Wustrau und Fehrbellin erstreckt. Der Kremmener Damm, welcher hinter der Stadt nach Norden führt, war in früheren Jahrhunderten häufig umkämpft. Die kurze Passage durch das Luch ersparte viele Reisetage, wenn man auf den Weg nach Norden oder von dort, nach Süden war. Kremmen hatte somit auch eine Bedeutung als Torwächter und Marktflecken. Erst mit der Entstehung anderer Routen, wie der Hamburger Poststraße (auch Hof-Küchenroute genannt), schwand die Bedeutung.

Mit unserer Exkursion wollen wir ihnen Kremmen etwas näherbringen. Die Route eignet sich für Fremde genauso gut wie für Einheimische, die ihre Ackerbürgerstadt völlig neu entdecken wollen. Es gibt spannende Rätsel zu lösen und dabei einiges über die Ackerbürger und ihre Stadt zu lernen.
Wir wünschen viel Vergnügen, folgen Sie den „Spuren der Ackerbürger“!


  1. Martenpfuhl

  2. Lebkuchenfabrik

  3. Älteste Häuser

  4. Kirche

  5. Kietz

  6. Rathaus

  7. Kurzer Damm