Flatow

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Flatow - Historie
Der Name Flatow stammt von dem slawischen Wort blatow - der Sumpf. Er gibt damit zugleich Hinweise auf Bodenverhältnisse, die die Menschen vorfanden, als sie die Gegend besiedelten. Die Lage der Ansiedlung im Bereich des großen Rhin-Luches bestätigt es. Über Jahrhunderte wirkte sich der Boden auf die Lebensverhältnisse der Menschen aus. Flatow bestand viele Jahrzehnte aus dem eigentlichen Dorf, dem Gut und dem Vorwerk Karolinenhof. Mit 2746 Hektar Fläche war Flatow im Jahre 1885 die größte Landgemeinde im Kreis Osthavelland.

Die nachweisliche Ersterwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahre 1355. Als ältester Besitzer des Ortes wird die adlige Familie von Bredow genannt. Das Schoßregister der Mittelmark erwähnt den Ort 1451 mit der Schreibweise "Flothow" und registriert einen Besitz von 64 Hufen, wovon 31 Hufen der Herrschaft von Bredow gehörten. (Ein Hufen entspricht je nach Gegend einer Fläche von 7 bis 15 Hektar.) Im Brandenburgischen Stiftsmatrikel von 1459 erscheint der Name "Vlatow". Im Jahre 1472 ließ der Dorfbesitzer Matthias von Bredow die Kirche erbauen. Der langgestreckte Backsteinbau besitzt eine Krypta im Altarraum, wo sich u.a. auch die Begräbnisstätten der Familie von Bredow befinden. Ein Rechtsstreit vor dem Kammergericht Berlin zeigt die Machtfülle der Familie von Bredow. 1451 entschied das Gericht, dass die Bauern von sechs Dörfern im Havelland, die der Familie von Bredow gehörten, verpflichtet wurden, "zwei Tage in der Woche vom frühen Morgen bis zum späten Abend mit Wagen, Pflug oder Fuß der Herrschaft zu dienen hätten, ihm Holz für seinen Küchen zu fahren sowie seine Schafe waschen und scheren müssen." Während des 30-jährigen Krieges kam es 1627 zu einem Besitzerwechsel. Der neue Besitzer hieß Dietrich von Hacke. Nachfolgende Eigentümer wurden die Familien von Blumenthal und von Plässen. In einer Statistik des Jahres 1779 war über Flatow zu lesen: "Das Dorf enthält einen adligen Hof von Fachwerk erbaut, einen Pfarrhof, ein Küsterhaus, 25 Bauerhöfe, den Krug und das Schulzengericht, mit darunter begriffen: 14 Kossäthenhöfe, 14 Tagelöhnerhäuser, in welchem zum Teil zwei bis drei Familien wohnen, vier Hirtenhäuser, einen Müller und eine Schmiede mit Wohnung." Die Einwohnerzahl von Flatow betrug im Jahre 1801 509 Personen. 1838 verkaufte Baron von Romberg das Dorf an die Bauern des Dorfes. Sie nannten sich von nun an Bauergutsbesitzer. Die reichsten Bauern waren über Jahrzehnte die Familien Plessow, Ebel, Falkenberg, Mäker und andere. Ein großer Brand im Jahre 1881 vernichtete 14 Gebäude und Stallungen. An dieser Stelle seines Textes nennt Diplomhistoriker Hans Biereigel drei Persönlichkeiten, die als Flatower weit über die Dorfgrenzen hinaus bekannt geworden sind: 1768 wurde der spätere preußische General der Infanterie und zweifacher Kriegsminister von Preußen Karl Georg Albrecht Ernst geboren. 1816, bei der Neugründung der Kreise Ost- und Westhavelland wurde der Herr von Plässen auf Flatow zum 1. Landrat berufen. 1840 war der Schriftsteller Adolf Krüger als Lehrer in Flatow tätig. Die Flatower Bauern waren seit Jahrzehnten als königstreu und ab 1871 als kaisertreu bekannt geworden. Bis zum Jahre 1919 blieben die sozialdemokratischen Wähler in der Minderheit, sie erreichten knapp 10 Prozent der Stimmen. Die Einweihung der Bismarckeiche und des Eichenhaines zu Ehren der Preußenkriege von 1862 bis 1866 sowie eines Kriegerdenkmals für die Gefallenen von 1870/71 charakterisiert die politische Lage des Dorfes. Zwischen 1912 und 1926 kam es zur Errichtung von Produktions- und Verkehrsbetrieben, welche das Leben im Dorf veränderten. So u.a. durch den Bau der Eisenbahnstrecke Nauen - Oranienburg über Flatow. die Errichtung des Sägewerkes und den Bau der Straße nach Wustrau.