Groß-Ziethen

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Das märkische Straßendorf (heute Ortsteil) Groß-Ziethen liegt in der Auenlandschaft des Glien. 1134 erhielt Albert der Bär von König Konrad II. die Nordmark zugesprochen. 1232 wurde dieses Gebiet erstmals erwähnt, als die Markgrafen Johann I. und Otto III. sich dort niederließen und das Spandauer Recht verkündeten. Nachdem die Grafen von Lindow mit dem Land belehnt worden waren, fiel das Ländchen Glien an die Landgrafen zurück, ausgenommen der Besitz derer von Bredow. Die erste Erwähnung fand Groß-Ziethen in der Urkunde vom 11. November 1313. Der Ort hat wahrscheinlich eine ältere Geschichte als die urkundliche Erwähnung belegt. Offenbar stammt der Ortsname nicht von dem märkischen Adelsgeschlecht derer von Ziethen, sondern von dem slawischen Wort "zita", wendisch Getreide oder zu deutsch "Grünfeld" her. 1355 gelangte die Familie von Bredow erstmals in den Besitz des Dorfes. Um 1718 erbaute die Familie von der Lütke auf den Resten des alten Anwesens ein Barockschloss. Neben den Bredows gab es bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Besitzerwechsel. Dann erwarb Ottonie von Massow, geborene von Bülow den Besitz vom Landrat von Drewitz. Den barocken Schlossbau ließ Ottonie von Massow 1898 beidseitig durch zweiachsige, dreigeschossige Eckpavillons im neuklassizistischen Stil erweitern. Ihr Bruder Curt von Bülow-Dieskau kam 1918 in den Besitz von Groß-Ziethen und vererbte das Anwesen seinem Sohn Friedrich, das dieser dann bis 1945 besaß. Aus der frühen Geschichte des Ortes geht hervor, dass sich unweit des heutigen Schlosses eine alte Burg befunden hat. Die Entstehung datiert in das 13. Jahrhundert. Gegenüber vom Schloss liegt die Dorfkirche. Am 5. April 1881 brannte die barocke Kirche vollständig aus. Von 1882 bis 1884 wurde ein Neubau in gotischer Form errichtet. Dabei fand man ein gut erhaltenes Gewölbe, die Grablege der Familie von Bredow. Ein Sarg wurde in das Märkische Museum Berlin überführt. Groß-Ziethen ist der kleinste Ortsteil der Stadt Kremmen und kann dennoch gleich mit drei Attraktionen aufwarten: Das Schloss, die Kirche und Pferde! Wer ein herrschaftliches und dennoch schlichtes Ambiente eines Schlosshotels inmitten traumhaft schöner Natur sucht und obendrein Freund einer erstklassigen Küche ist, hat hier sein Ziel gefunden! Nicht zuletzt das alljährlich besetzte Storchennest vor dem Schloss beschert dem Gast eine einzigartige Atmosphäre. Gleich gegenüber des Schlosses befindet sich auch die Kirche, die nicht nur sehenswert, sondern auch durch ein abwechslungsreiches Konzert- und Kulturangebot eine geschätzte Stätte der Begegnung ist. Und die Groß-Ziethener Pferdefreunde finden hier, was zur sportlichen Erholung im Sattel nötig ist: Wiesen und Wege, so weit das Auge reicht!