Neue Mittelinsel

Den 08. Mai 2005, 60. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges und Tag der Befreiung, hat die Stadt Kremmen zum Anlass genommen, den Gedenkplatz auf der neu gestalteten Mittelinsel am historischen Marktplatz einzuweihen und der Öffentlichkeit zu übergeben. Zentraler Punkt des Platzes ist die Gedenktafel zur Erinnerung der Opfer des Weltkrieges, sie trägt den Original-Wortlaut der Inschrift, die einst am sowjetischen Denkmal angebracht war: „Ehre den für die Freiheit und Unabhängigkeit der Heimat gefallenen Helden".

 

Neue Marktmitte


Geschichte des Marktplatzes in Kremmen 

 

Der Kremmener Marktplatz ist das Herz der Stadt und geografisches Zentrum der fusionierten Gemeinden. Er ist Mittelpunkt städtischen Lebens im Alltag unserer Bürgerinnen und Bürger. Diesen Ort haben die einstigen Erbauer mit Bedacht gewählt: Er liegt etwas höher als die übrige Stadt und war somit vor hohen Wasserständen im Luch geschützt. Früher stand hier das Rathaus der Stadt Kremmen, ein dreitürmiger Bau. Dieses Gebäude fiel 1630 den Flammen zum Opfer, danach war die Stadt fast 200 Jahre ohne Rathaus. Die Bauarbeiten zur Sanierung des Marktplatzes 1998 förderten Teile des Fundamentes jenes Hauses ans Tageslicht.

 

1882 weihte die Stadt Kremmen an der Stelle des alten Rathauses das von der Firma Seidenschnur gestaltete Denkmal ein. Es war eine mächtige Säule, die einen Adler trug. Dieses Denkmal sollte an die im deutsch-französischen Kriege im Jahre 1870/71 Gefallenen erinnern. Zum Zeitpunkt dieser Einweihung wurden auch die Linden am Rande des Marktplatzes gepflanzt. Die Anlage des Denkmals war vormals durch ein kleines Eisengitter eingezäunt.

 

Im Laufe der Jahre wurde die Mittelinsel mehrmals erweitert bis zu ihrer heutigen Größe und mit einem plätschernden Springbrunnen dekoriert. Mit der Errichtung des neuen Rathauses 1841 im neoklassizistischen Stil war nunmehr das gesamte Areal dem damals üblichen Stil angemessen bebaut. Fotodokumente aus der früheren Zeit belegen eine „einladende Aufgeräumtheit" des Platzes. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das preußische Kriegerdenkmal entfernt. An seiner Stelle entstand das sowjetische Ehrenmal, das im Sommer 2004 abgetragen wurde. In enger Abstimmung mit Vertretern der Botschaft der Russischen Föderation und der Denkmalschutzbehörde erfolgte die Planung für die Neugestaltung des Platzes. Mit ihr erfährt der bedeutendste öffentliche Raum der Stadt als ein Ort der Begegnung und Identifikation eine würdige und in die Zukunft gerichtete Neuinterpretation.